Willkommen bei den Hugsweierer Gifthexen
– dort, wo alter Brauchtum auf närrischen Zauber trifft.
Ob du frisch vom Besen gefallen
oder schon ein Kind der fünften Jahreszeit bist.
– tritt ein, schau dich um und spür den Hauch der Fasnacht, der durch unsere Reihen weht.
Lern uns kennen
Unsere Figur
Unser Häß – mehr als nur Stoff und Farbe
Die Hugsweierer Gifthexen erkennt man nicht nur an ihrer Maske, sondern an einem ganz besonderen Häß, das so einzigartig ist wie jede Geschichte, die wir erzählen.
Gekleidet sind unsere Hexen in ein schwarzes Peterle, das an die dunklen Nächte erinnert, in denen einst alte Sagen und Flüstern durch Hugsweier zogen. Dazu tragen sie einen grauen Rock – wie der Nebel, der über die Felder zieht – und eine schwarze Schürze, geschmückt mit auffälligen, giftgrünen Flicken.
Diese grünen Flicken sind mehr als nur Zierde: Sie erinnern an die alten Kräuter, an das Heilen und Verhexen, an die Kraft der Natur – und an das grüne Glimmen in den Augen jener, die einst zwischen Leben und Legende wandelten.
Unser Häß ist handgearbeitet, detailreich gestaltet und mit Liebe zur Tradition entstanden – es ist das Gewand, in dem unsere Zunft lebt, lacht, tanzt und durch die Fasnacht streift.
Die Maske der Hugsweierer Gifthexe
Ihr Gesicht – das ist es, was bleibt.
Blass wie Asche, mit giftgrünem Tropfenlauf über Stirn und Augen, als hätte sich altes Hexenwerk tief in ihre Haut gebrannt. Ihre Augen stechen grellgelb hervor, durchdringend und unheilvoll, als sähen sie nicht nur durch Nebel und Rauch, sondern bis tief in deine Gedanken. Schwarze, wild geschwungene Brauen und ein finsterer Blick lassen keinen Zweifel daran: Diese Hexe kennt die Dunkelheit – und fürchtet sie nicht.
Aus dem geöffneten Mund ragen zwei spitze Fangzähne – wie ein stiller Fluch aus einer anderen Welt. Sie sprechen nicht, aber sie erzählen von Warnung, von Wut, von uralter Macht.
Das Haar fällt in langen, wirren Strähnen über ihre Schultern – tiefschwarz, schwer, beinahe lebendig. Es ist, als trüge sie den Schatten des Todes selbst auf dem Haupt.
Diese Maske ist kein einfacher Holzschnitt. Sie ist Erinnerung. Warnung. Vermächtnis.
Sie ist das Gesicht der Hugsweierer Gifthexe – und jedes Jahr zur Fasnacht kehrt sie damit zurück.
Wie aus einem Traum Wirklichkeit wurde
- Die Entstehung der Hugsweierer Gifthexen
Im Jahr 2022 faste unser 1. Vorstand allen Mut zusammen um einen lange gehegten Herzenswunsch in die Tat umzusetzen.
Laura erzählt…
-Nach vielen Jahren in der Rolle der Hexe und tief verwurzelt in der Fasnachtstradition, reifte in mir der Entschluss, dem Dorf Hugsweier – meiner derzeitigen Heimat – eine weitere Hexenzunft zu schenken. Ein Dorf voller Ruhe und Fantasie, welches mich inspiriert hat, meinen Jahrelangen Traum zu erfüllen.
Was als Idee begann, nahm rasch Gestalt an. Mit einer kleinen, aber leidenschaftlichen Gruppe Gleichgesinnter setzten wir uns zusammen, schmiedeten Pläne, tüftelten, organisierten – und brachten Stück für Stück alles auf den Weg, was es zur Gründung eines Vereins braucht. Mit der offiziellen Eintragung ins Vereinsregister in Freiburg wurde unser Vorhaben schnell zur Realität.
So wurden wir geboren: eine noch kleine, aber umso leidenschaftlichere Truppe von Fasnachtsverrückten, die das närrische Treiben nicht nur leben, sondern lieben. Die fünfte Jahreszeit ist für uns mehr als Brauchtum – sie ist ein fester, unverrückbarer Bestandteil unseres Lebens.
Die Entstehung unserer Maske und unseres Häß war ein kreativer Prozess, der mit vielen Skizzen und Ideen begann. Ich zeichnete, verwarf, zeichnete neu – bis aus Vorstellung Form wurde. Die ersten Häß nähte ich selbst, mit Nadel, Faden und ganz viel Herzblut, bis wir schließlich eine Schneiderin fanden, die unsere Vision weiterführte.
Unsere Masken, geschnitzt von einem wunderbaren, geduldigen Maskenschnitzer, sind wahre Kunstwerke. Auch wenn sie sich im Grunddesign gleichen, trägt jede ihre eigenen, kleinen Besonderheiten – so wie jeder Mensch in unserer Gruppe einzigartig ist.
Heute stehen wir stolz als Hugsweierer Gifthexen da – eine Gemeinschaft, gegründet aus Liebe zur Fasnacht, zur Tradition und zum Dorf. Und dies ist erst der Anfang unserer Geschichte.
Unsere Geschichte
- Die Gifthex aus Hugsweier
Es war einmal, vor gar vielen Jahren, da lebte am Rand des Hugsweirer Dorfes ein altes Weib, allein und gebeugt wie ein toter Ast im Wind. Man nannte sie die Kräuterfrau, später nur noch die Hex. Niemand sprach ihren Namen – denn Namen haben Macht.
Ihr Häuschen war eine windschiefe Hütte, eingewachsen im Efeu, das sich wie Finger um die Fenster klammerte. Dort brannten Lichter, wenn die Nacht noch fern war, und seltsamer Rauch stieg auf, süßlich und scharf, sodass selbst die Raben einen Bogen flogen. Man sagte, sie könne Fieber brechen, den Fluch aus einem ziehen und den Schlaf einem Toten wiedergeben – doch keiner wusste, was sie dafür nahm.
Eines Nachts, es war kurz vor dem Wandelmond im Februar, hörte man aus ihrer Hütte ein Grollen, dann ein Kreischen, das einem den Atem fraß, und dann… Stille.
Am Morgen fand man sie. Die Tür stand offen, die Kräuter verbrannt, das Wasser im Kessel schwarz wie Teer. Sie lag da, das Gesicht zu einer Maske des Schreckens verzogen, ihre Augen – o weh! – waren grünlich angelaufen, wie trübe Jade, durchdrungen von Tod und Trug. Vergiftet, sagten die einen. Vom Teufel geholt, raunten die andern.
Doch sie war nicht fort. Nicht ganz.
Denn jedes Jahr, wenn der Schleier dünn wird – zur Fasnachtszeit, wenn die Masken die Wahrheit verbergen und der Lärm der Narren die Geister aufweckt – dann kehrt sie heim.
Aus Nebel formt sich ihr Leib, aus Kälte ihre Finger. Ihr altes Häuschen, längst zerfallen, leuchtet wie damals, als das Feuer noch in ihrem Herd brannte. Man hört sie murmeln, altes Kraut wiegen, ihre knochigen Füße über morsches Holz schleifen. In der Stube wehen Erinnerungen wie Spinnweben – von Tagen, da sie nur helfen wollte, nicht fürchten.
Aber wehe dem, der sie stört.
Manche sagen, sie sucht nur ihre vergessene Seele. Andere meinen, sie wolle nur noch einmal Mensch sein, auch wenn nur für Stunden.
Doch viele in Hugsweier schwören: Wer in jener Nacht an ihrer Schwelle lauscht, dem färben sich die Augen grün – wie die ihren – und der Geschmack von bitterem Wermut verlässt nie wieder seine Zunge.
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So geh achtsam durch die Fasnachtsnacht, mein Kind… und wenn du eine Lichtspur im dunklen siehst – folge ihr nicht. Denn vielleicht ist es nur der Wind.
Vielleicht aber… ist es die Gifthex von Hugsweier, die heimkehrt.
Hugsweierer Gifthexen e.V
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